Welche Druckluftaufbereitung ist die richtige?
Die Wahl hängt von der Anwendung und der geforderten Druckluftqualität ab. Nutzen Sie die folgende Auswahlhilfe als Ausgangspunkt:
| Situation |
Empfohlene Komponente |
| Grundreinigung der Druckluft |
Filter oder Wasserabscheider |
| Konstanter Arbeitsdruck erforderlich |
Druckregler oder Filterregler |
| Präziser Druck je Schaltkreis |
Präzisionsdruckregler |
| Schmierbedürftige Ventile oder Zylinder |
Öler |
| Lebensmittelverarbeitung oder Medizintechnik |
Nebelabscheider + ölfreier Filter |
| Empfindliche Messgeräte |
Drucklufttrockner + Feinfilter |
Beachten Sie bei der Auswahl: Gleichen Sie stets die Druckluftqualität Ihres Kompressors mit der geforderten Reinheitsklasse Ihrer Verbraucher ab. Die Differenz bestimmt, welche Filterstufen benötigt werden.
Druckluftreinheit nach ISO 8573-1:2010
ISO 8573-1:2010 ist die internationale Norm für Druckluftreinheit in pneumatischen Systemen. Die Norm ist seit 2010 für die pneumatische Automatisierung verbindlich und definiert Höchstkonzentrationen für drei Verunreinigungskategorien:
- Feststoffpartikel — eingeteilt in Klassen 0 bis 9 nach Partikelgröße und Konzentration
- Wasser — bestimmt über Drucktaupunkt oder Flüssigwassergehalt (Klassen 0 bis 9)
- Öl — Gesamtölkonzentration in mg/m³ (Klassen 0 bis 4)
Eine Klassenbezeichnung sieht beispielsweise so aus: ISO 8573-1 Klasse 1.4.1 — wobei jede Ziffer die Klasse für Partikel, Wasser bzw. Öl angibt.
Wie bestimmen Sie die richtige Reinheitsklasse?
Stellen Sie für Ihre Anlage die folgenden drei Fragen:
- Welche Reinheitsklasse liefert Ihr Kompressor?
- Welche Reinheitsklasse benötigen Ihre Verbraucher — Ventile, Zylinder, Messgeräte?
- Welche Klasse fordert Ihr Endprodukt oder Ihre Branche (z. B. Lebensmittel, Pharmazie, Automotive)?
Die Differenz zwischen Kompressorausgang und geforderter Qualität bestimmt, welche Aufbereitungskomponenten in der Linie eingesetzt werden müssen. Eine Filterkombination aus Vorfilter, Feinfilter und Aktivkohlefilter erreicht in der Regel Klasse 1 für Partikel und Öl.
Unsicher über die richtige Klassifizierung für Ihre Anwendung? Fordern Sie eine technische Beratung an — wir helfen Ihnen, die passende Filterkombination auf Basis Ihrer Kompressordaten und Verbraucher auszuwählen.
Was passiert bei unzureichender Druckluftaufbereitung?
Jeder Kubikmeter komprimierter Luft enthält Millionen von Schmutzpartikeln, messbare Mengen Feuchtigkeit und Ölrückstände sowie in manchen Umgebungen sogar Spuren von Schwermetallen. Werden diese vor dem Einsatz nicht entfernt, treten folgende Störungen auf:
- Schneller Verschleiß von Dichtungen in Ventilen und Zylindern
- Verstopfte Schalldämpfer durch Öl- und Schmutzablagerungen
- Ölrückstände an Magnetventilen, die die Schaltgeschwindigkeit verringern
- Korrosion in Leitungen und Fittings durch kondensierte Feuchtigkeit
Die Folgen für Ihre Anlage:
- Geringere Maschinenverfügbarkeit durch ungeplante Ausfälle
- Höhere Energiekosten durch Druckverluste und Leckagen
- Erhöhte Wartungskosten durch vorzeitigen Komponentenersatz
- Verkürzte Lebensdauer von Zylindern, Ventilen und Antrieben
Eine durchdachte Druckluftaufbereitung ist daher kein Kostenposten, sondern eine direkte Senkung Ihrer Gesamtbetriebskosten über die Lebensdauer der Anlage.
Druckluftaufbereitung mit integrierter Überwachung
Moderne Wartungseinheiten von Festo und Norgren verfügen über integrierte Überwachungsfunktionen. Filtersättigung, Druckwerte und Durchfluss lassen sich in Echtzeit ablesen — analog oder über digitale Signalausgänge. So können Sie Wartungsmaßnahmen auf Basis des tatsächlichen Verschmutzungsgrades planen statt nach festen Intervallen.
Ein weiterer Vorteil: Dank der höheren Durchflüsse aktueller Wartungseinheiten lässt sich in vielen Fällen eine Baugröße kleiner wählen — bei gleicher Leistung. Das spart Einbauvolumen und senkt die Anschaffungskosten.
Druckluftaufbereitung und Druckluftschläuche
Druckluftaufbereitung entfaltet ihre volle Wirkung nur, wenn auch die Druckluftverteilung korrekt ausgeführt ist.
Druckluftschläuche verbinden die Wartungseinheit mit Ihren Verbrauchern. Achten Sie bei der Schlauchauswahl auf Kompatibilität mit Arbeitsdruck, Temperaturbereich und dem verwendeten Medium — insbesondere beim Einsatz von Ölern ist die Schlauchauswahl entscheidend für die Systemlebensdauer.
Hersteller bei Ebora
Ebora liefert Druckluftaufbereitung von:
- Festo — komplette modulare Wartungseinheiten der MS-Serie mit optionaler Überwachung
- Camozzi — kompakte und kosteneffiziente Aufbereitungseinheiten für Standardanwendungen
- Norgren — Filterkombinationen für industrielle Umgebungen mit hohem Durchfluss
- Aventics — Druckluftaufbereitung für anspruchsvolle industrielle Anwendungen
Haben Sie spezifische Anforderungen an Druckbereich, Durchfluss oder Reinheitsklasse? Teilen Sie uns Ihre Spezifikationen mit — wir beraten Sie zur passenden Ausführung.
Druckluftaufbereitung im Schaltschrankbau
Ebora integriert Druckluftaufbereitung standardmäßig in den
Schaltschrankbau für Pneumatik. Filter, Druckregler und Öler werden als vollständige Einheit montiert, beschriftet und geprüft. Sie erhalten einen anschlussfertigen Schaltschrank, der direkt an Ihr Druckluftnetz angeschlossen werden kann.
Dies eignet sich für Maschinenbauer und Systemintegratoren, die keine Einzelkomponenten zusammenstellen möchten, sondern eine gebrauchsfertige Lösung suchen, die der ISO 8573-Norm entspricht.
Wählen Sie die passende Druckluftaufbereitung nach Druck, Durchfluss und geforderter Reinheitsklasse, oder fordern Sie direkt ein Angebot für eine komplette, maßgeschneiderte Wartungseinheit an.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Filter und einem Filterregler?
Ein Filter entfernt ausschließlich Partikel und Feuchtigkeit aus der Druckluft. Ein Filterregler kombiniert dies mit einem integrierten Druckregler, sodass Sie in einer einzigen Komponente sowohl filtern als auch den Arbeitsdruck einstellen. Das spart Einbauvolumen und ist für die meisten Standard-Pneumatikanwendungen geeignet.
Wie oft muss das Filterelement gewechselt werden?
Das Wechselintervall hängt von der Qualität Ihrer Druckluft und dem Verbrauchsvolumen ab. Wartungseinheiten mit Differenzdrucküberwachung signalisieren, sobald das Filterelement gesättigt ist. Ohne Überwachung gilt in der Regel ein Intervall von 6 bis 12 Monaten, abhängig von der Belastung.
Kann Druckluftaufbereitung in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt werden?
Ja, sofern Sie die richtige Ausführung wählen. Für Lebensmittelkontakt oder ATEX-Zonen sind spezifische Ausführungen mit ölfreien Filtern, lebensmittelsicheren Schmierstoffen und zertifizierten Werkstoffen erhältlich. Teilen Sie uns Ihre Anforderungen mit — wir beraten Sie zur passenden Klasse gemäß ISO 8573-1.