Sicherheitsventil kaufen – federbelastete Sicherheitsventile für Luft, Dampf und Gas
Ein Sicherheitsventil setzen Sie ein, wenn Ihr System als letzte mechanische Absicherung vor unzulässigem Überdruck geschützt werden muss. Das Sicherheitsventil öffnet automatisch, sobald der Einstelldruck überschritten wird, bläst den Überdruck ab und schließt danach selbstständig wieder. Federbelastete Sicherheitsventile werden am häufigsten in Anlagen für Druckluft, Dampf, Gas und Flüssigkeiten eingesetzt. Ebora ist spezialisiert auf die Auswahl und Lieferung von federbelasteten Sicherheitsventilen für industrielle Anwendungen, einschließlich Ausführungen mit PED-Zertifizierung (2014/68/EU).
Wann verwenden Sie ein Sicherheitsventil?
Eine Sicherheitseinrichtung ist in jeder Anlage vorgeschrieben, in der der Druck über den zulässigen Betriebsdruck ansteigen kann. Dies kann beim Ausfall eines Druckreglers, einer Prozessabweichung oder einer Verstopfung im System auftreten. Das Sicherheitsventil ist die letzte Absicherung — es schützt in erster Linie die Personen, die an der Anlage arbeiten, dann die Anlage selbst und schließlich den Prozess.
Bitte beachten Sie: Ein federbelastetes Sicherheitsventil ist nicht für das kontinuierliche Abführen von Überdruck im Normalbetrieb ausgelegt. Benötigen Sie das, so brauchen Sie ein Überströmventil oder Druckbegrenzungsventil und kein Sicherheitsventil.
Sicherheitsventil oder Überströmventil – was ist der Unterschied?
Dies ist die am häufigsten gestellte Frage bei der Auswahl von Druckschutzeinrichtungen. Der Unterschied liegt im Ansprechverhalten und im Verwendungszweck.
Ein Sicherheitsventil (federbelastet) öffnet schlagartig und vollständig, sobald der Einstelldruck um 10 % überschritten wird. Es führt den gesamten Überdruck ab und schließt danach wieder. Es ist ausschließlich für Notsituationen bestimmt und sollte im Normalbetrieb grundsätzlich nicht ansprechen. Nach dem Ansprechen empfiehlt Ebora, das Ventil zu ersetzen, um die Sicherheit der Anlage weiterhin zu gewährleisten.

- Einstelldruck wird erreicht; Ventil ist noch geschlossen.
- Einstelldruck wird überschritten; Ventilteller beginnt sich zu heben.
- Bei 10 % Überschreitung des Einstelldrucks öffnet das Ventil schlagartig und vollständig.
- Maximale Öffnung ist erreicht – das Ventil führt den gesamten Überdruck ab.
- Der Druck sinkt unter den Einstelldruck – das Ventil beginnt langsam zu schließen.
- Bei 10 % unter dem Einstelldruck (Gase) bzw. 20 % (Flüssigkeiten) ist das Ventil wieder vollständig geschlossen.
Die Punkte 1, 3, 4 und 6 sind in der Norm DIN EN ISO 4126-1 festgelegt.
Das Ansprechverhalten eines Überströmventils unterscheidet sich grundlegend. Ein Überströmventil darf grundsätzlich kontinuierlich abblasen und wird daher häufig als Überströmschutz an Pumpen eingesetzt, um zu verhindern, dass die Pumpe gegen eine geschlossene Absperrarmatur fördert.

- Ansprechdruck wird erreicht; Überströmventil ist noch geschlossen.
- Ansprechdruck wird überschritten; das Ventil öffnet proportional zum Überdruck.
- Bei der erforderlichen Überstrommenge stellt sich das Überströmventil selbst ein.
- Wenn der Systemdruck sinkt, beginnt das Überströmventil zu schließen.
- Der Systemdruck nimmt weiter ab und das Ventil schließt weiter.
- Bei einem Druck knapp unterhalb des Ansprechdrucks ist das Überströmventil wieder vollständig geschlossen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Produktseite für Überström- und Druckbegrenzungsventile.
Welche Bauarten von Sicherheitsventilen gibt es?
Die zwei am häufigsten eingesetzten Ausführungen sind federbelastete und gewichtsbelastete Sicherheitsventile.
Federbelastete Sicherheitsventile sind der Standard in industriellen Anlagen. Die Feder bestimmt den Öffnungsdruck und lässt sich einfach einstellen. Ebora liefert federbelastete Sicherheitsventile für unterschiedliche Medien und Drücke, einschließlich Ausführungen mit Faltenbalg für Anwendungen mit Gegendruck auf der Abblaseseite.
Gewichtsbelastete Sicherheitsventile nutzen ein Gewicht als Gegenkraft. Das Risiko besteht darin, dass ein Bediener das Gewicht verschieben kann — absichtlich oder unbeabsichtigt — wodurch der Druck in der Anlage gefährlich ansteigen kann. Diese Ausführung ist daher in modernen Industrieanlagen weniger verbreitet.
Wo werden Sicherheitsventile eingesetzt?
Federbelastete Sicherheitsventile werden in einer Vielzahl von Branchen und für verschiedene Medien eingesetzt:
- Druckluft- und Gasleitungen
- Dampfsysteme und Dampfkessel
- Druckbehälter und Wärmetauscher
- Chemische und petrochemische Industrie
- Biogasanlagen
- Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikindustrie
- Schiffbau und technische Gase
Ebora liefert Sicherheitsventile für Flüssigkeiten, Gase und Dämpfe, darunter Dampf, Druckluft und kryogene Medien. Für Druckmessungen in Kombination mit Ihrem Sicherheitssystem finden Sie bei Ebora auch Drucksensoren und Manometer.
Federbelastete Sicherheitsventile von Goetze, Spirax Sarco und ARI Armaturen
Ebora liefert federbelastete Sicherheitsventile von drei spezialisierten Herstellern, jeweils mit einem eigenen Schwerpunkt.
Goetze Armaturen bietet ein breites Programm an Sicherheitsventilen aus Messing und Edelstahl für Druckluft, Gas und Flüssigkeiten mit EN- und PED-Zertifizierung.
Spirax Sarco ist der Spezialist für Dampfanwendungen. Ihre Sicherheitsventile sind speziell für Dampf, Heißwasserleitungen und Kondensatsysteme ausgelegt und erfüllen die strengsten Prozessanforderungen.
ARI Armaturen liefert robust konstruierte Sicherheitsventile für industrielle Anwendungen bei höheren Drücken und Temperaturen, einschließlich Ausführungen für Dampf, Gas und Flüssigkeiten mit ATEX- und PED-Dokumentation.
Ebora berät Sie bei der Auswahl der richtigen Marke und Ausführung auf Basis Ihres Mediums, Drucks und Ihrer Zertifizierungsanforderungen.
Welche Angaben werden für die richtige Auswahl benötigt?
Für eine korrekte Auswahl Ihres Sicherheitsventils benötigt Ebora folgende Angaben:
| Auswahlparameter |
Erläuterung |
| Medium |
Luft, Dampf, Gas, Flüssigkeit oder Dampf |
| Einstelldruck |
Der gewünschte Ansprechdruck in bar |
| Gegendruck |
Druck auf der Abblaseseite (relevant für Faltenbalg-Ausführung) |
| Temperatur |
Prozesstemperatur in °C |
| Abblasekapazität |
Erforderlicher Durchfluss bei vollständig geöffnetem Ventil |
| Werkstoff |
Messing, Edelstahl, Grauguss |
| Zertifizierung |
PED (2014/68/EU), ATEX oder keine |
Wählen Sie eine Ausführung mit internem Faltenbalg, wenn auf der Abblaseseite Gegendruck auftritt. Ohne Faltenbalg kann dieser Gegendruck den Ansprechdruck des Sicherheitsventils verschieben.
Einstelldruck, Betriebsdruck und Schließdruck – was ist der Unterschied?
Bei der Auswahl eines federbelasteten Sicherheitsventils sind vier Druckbegriffe von Bedeutung:
- Einstelldruck (Ansprechdruck): der Druck, bei dem das Ventil zu öffnen beginnt. Dies ist die angegebene Einstellung Ihres Sicherheitsventils.
- Betriebsdruck (Arbeitsdruck): der maximale Druck im Normalbetrieb. Halten Sie einen Mindestabstand von 10 % unter dem Einstelldruck ein, um ein vorzeitiges Ansprechen (Flattern) zu vermeiden.
- Schließdruck: der Druck, bei dem das Ventil nach dem Ansprechen wieder vollständig geschlossen ist — ca. 10 % unter dem Einstelldruck bei Gasen und ca. 20 % bei Flüssigkeiten.
- Auslegungsdruck: der maximale Druck, der in Ihrer Anlage auftreten darf. Ihr Einstelldruck muss mindestens 10 % unter dem Auslegungsdruck liegen.
Was ist bei der Installation zu beachten?
Installieren Sie das Sicherheitsventil so nah wie möglich an der Anlage. Eine lange Rohrleitung zwischen Anlage und Ventil verursacht beim Abblasen einen Druckabfall, der die Kapazität und Funktion des Ventils negativ beeinflusst.
Achten Sie auch sorgfältig auf die Abblaseleitung. Der Druckabfall in dieser Leitung darf nicht zu groß werden. Beachten Sie die Ausrichtung der Abblaseleitung: Ein Sicherheitsventil für Druckluft mit einer Abblaseleitung in Richtung einer festen Wand kann beim Abblasen so viel Rückstoßkraft erzeugen, dass sich das Ventil selbst aus der Verschraubung löst.
Benötigt Ihre Anlage auch Rückschlagarmaturen als Teil des Druckschutzsystems? Ebora berät Sie gerne zur vollständigen Anlagenkonfiguration. Wählen Sie das passende federbelastete Sicherheitsventil anhand von Medium, Einstelldruck und Abblasekapazität aus, oder fordern Sie direkt ein Angebot über das Kontaktformular an.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich ein Sicherheitsventil nach dem Ansprechen ersetzen?
Ja, Ebora empfiehlt, ein Sicherheitsventil nach dem Ansprechen zu ersetzen. Nach dem Abblasen kann die Abdichtung des Ventiltellers beschädigt sein, was zu einer Leckage am Ventil führen kann. Nur durch Austausch oder Überholung lässt sich die Sicherheit der Anlage weiterhin gewährleisten.
Wann wähle ich eine Ausführung mit Faltenbalg?
Wählen Sie ein federbelastetes Sicherheitsventil mit internem Faltenbalg, wenn auf der Abblaseseite des Ventils Gegendruck auftritt — zum Beispiel durch eine lange oder steigende Abblaseleitung. Ohne Faltenbalg verschiebt der Gegendruck den Ansprechdruck des Ventils, was die Zuverlässigkeit der Absicherung beeinträchtigt.
Welches Zertifikat wird für ein Sicherheitsventil an Druckbehältern in der EU benötigt?
Für Druckbehälter und Anlagen, die unter die europäische Druckgeräterichtlinie (PED 2014/68/EU) fallen, ist ein CE-gekennzeichnetes Sicherheitsventil erforderlich. Ebora liefert federbelastete Sicherheitsventile mit PED-Zertifizierung von Goetze, Spirax Sarco und ARI Armaturen. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, um die genauen Dokumentationsanforderungen für Ihre Anwendung zu besprechen.