Welche Arten von Temperatursensoren gibt es?
Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Gruppen: Sensoren für die kontinuierliche Messung mit elektrischem Ausgangssignal (Thermoelemente, RTDs, Thermistoren, IR-Sensoren) und schaltende Elemente für einfache Ein/Aus-Regelung (Thermostate). Die richtige Wahl hängt von Messbereich, Genauigkeit, Ansprechzeit, Prozessbedingungen und der gewünschten Schnittstelle mit Ihrer Steuerung ab.
Thermoelement
Schnell ansprechend und kompakt, mit einem breiten Messbereich von -200 °C bis +2000 °C. Gängige Typen sind K (NiCr–Ni) für den allgemeinen Industrieeinsatz und J (Fe–CuNi) für niedrigere Temperaturen. Diesen Typ verwenden Sie, wenn der Prozess extreme Temperaturen erreicht oder eine schnelle Reaktion erforderlich ist.
RTD – Widerstandstemperatursensor (Pt100 / Pt1000)
Hohe Genauigkeit und ausgezeichnete Linearität im Bereich von -200 °C bis +600 °C. Wählen Sie einen RTD, wenn Signalqualität und langfristige Stabilität im Vordergrund stehen, beispielsweise in Laboren oder der Prozessindustrie. Der Pt1000 ist weniger empfindlich gegenüber Leitungswiderstand und daher für längere Kabelwege geeignet.
Thermistor
NTC für sehr schnelle Reaktion bei niedrigen Temperaturen (-50 °C bis +150 °C), eingesetzt in HLK- und Kühlanlagen. PTC für Schutzschaltungen, bei denen der Widerstand bei Überschreitung einer Grenztemperatur stark ansteigt.
Thermostat
Elektromechanischer Schalter mit Bimetallelement. Kein kontinuierliches Signal, sondern direkte Ein/Aus-Schaltung bei einem einstellbaren Punkt. Wird in Kessel- und HLK-Anlagen eingesetzt, wo eine einfache Regelung ausreicht.
Berührungsloser IR-Sensor
Misst Oberflächentemperaturen mittels Infrarotstrahlung ohne physischen Kontakt. Diesen Typ verwenden Sie, wenn das Medium in Bewegung ist, gefährlich ist oder wenn Kontakt technisch nicht möglich ist.
Vergleich: Welcher Temperatursensor passt zu Ihrer Anwendung?
| Typ |
Messbereich |
Genauigkeit |
Ansprechzeit |
Anwendung |
| Thermoelement |
-200 bis +2000 °C |
Mittel |
Schnell |
Hohe Temperaturen, Metallindustrie |
| RTD (Pt100/Pt1000) |
-200 bis +600 °C |
Hoch |
Mittel |
Prozessindustrie, Laboratorien |
| Thermistor (NTC) |
-50 bis +150 °C |
Sehr hoch (enger Bereich) |
Sehr schnell |
HLK, Kühlanlagen |
| Thermostat |
Einstellbarer Punkt |
Schaltend |
Langsam |
Kessel, einfache Regelung |
| IR-Sensor |
Typabhängig |
Mittel |
Sehr schnell |
Oberflächenmessung, bewegliche Teile |
Wie montieren Sie einen Temperatursensor?
Kontakttypen (Thermoelement, RTD) montieren Sie in einem Schutzrohr oder Tauchhülse (Thermowell) in der Rohrleitung, mit ausreichender Einbaulänge für eine repräsentative Messung. Bei zu kurzer Einbaulänge beeinflusst die Umgebungstemperatur das Messergebnis durch Wärmeleitung entlang des Schutzrohres.
Beachten Sie bei Auswahl und Montage:
- Wählen Sie die Einbaulänge anhand von Rohrdurchmesser und Strömungsgeschwindigkeit
- Verwenden Sie schwingungsarme Befestigung bei mechanischer Belastung
- Achten Sie auf korrekte Abdichtung bei Überdruck oder aggressiven Medien
- Für Schaltschrank- oder Maschinenbau ist M12-Montage üblich
IR-Sensoren montieren Sie in Sichtlinie mit der richtigen Fleckgröße, im Abstand gemäß dem D:S-Verhältnis der Optik. Kompensieren Sie die Emissivität der zu messenden Oberfläche und vermeiden Sie Dampf oder Staub im Messpfad.
Temperatursensoren in der Prozessindustrie
In der Prozessindustrie werden Temperatursensoren zur Überwachung von Reaktoren, Wärmetauschern, Dampfleitungen und Kühlanlagen eingesetzt. RTDs werden mit Transmittern kombiniert, die ein 4–20 mA- oder IO-Link-Signal an das SPS-System liefern. In komplexen Anlagen werden zusätzlich
Trübungssensoren zur Qualitätsüberwachung von Flüssigkeiten neben Temperatur- und Druckmessungen eingesetzt — so entsteht integrierte Prozessinstrumentierung, bei der Abweichungen sofort erkannt werden.
Wählen Sie Ihren Temperatursensor anhand von Messbereich, Prozessanschluss und Signaltyp (Pt100, Pt1000, 4–20 mA, IO-Link) oder fordern Sie direkt ein Angebot an. Unsicher, welcher Typ für Ihre Anwendung geeignet ist? Unsere Prozessinstrumentierungsspezialisten beraten Sie zu Typ, Bereich und Gehäuse — vereinbaren Sie noch heute ein kostenloses Beratungsgespräch.
Häufig gestellte Fragen zu Temperatursensoren
Was ist die Funktion eines Temperatursensors?
Ein Temperatursensor wandelt Temperaturunterschiede in ein elektrisches Signal um, das Ihre Steuerung oder Ihr Logger ausliest. So können Sie Prozesse stabil regeln, Alarme setzen und Qualitätsabweichungen rechtzeitig erkennen. Zuverlässige Temperaturmessung verhindert Überhitzung, Energieverschwendung und unnötige Stillstandzeiten.
Wann wähle ich ein Thermoelement statt eines RTD?
Wählen Sie ein Thermoelement, wenn Ihre Prozesstemperatur +600 °C übersteigt, wenn eine schnelle Ansprechzeit erforderlich ist oder wenn eine kompakte Bauform benötigt wird. Ein RTD (Pt100/Pt1000) ist die bessere Wahl, wenn hohe Genauigkeit und langfristige Signalstabilität ausschlaggebend sind — im Bereich von -200 °C bis +600 °C.
Woran erkenne ich, ob mein Temperatursensor defekt ist?
Symptome sind ein fehlendes oder abweichendes Signal. Bei RTD oder Thermistor weist ein unlogischer Ohmwert auf einen Leitungsbruch oder Kurzschluss hin. Bei einem Thermoelement deutet eine fehlende oder unrealistische Millivolt-Ausgabe auf einen Defekt hin. Vergleichen Sie die Anzeige mit einem kalibrierten Referenzthermometer oder verwenden Sie einen Kalibrator. Prüfen Sie auch Steckverbinder, Klemmen und Kabelbrüche — viele Transmitter geben automatisch eine Störmeldung oder einen Fehlercode aus.
Was ist das D:S-Verhältnis bei einem IR-Sensor?
Das D:S-Verhältnis (Abstand zu Messfleck) gibt an, wie groß der Messfleck in einem bestimmten Abstand ist. Ein D:S von 10:1 bedeutet, dass der Sensor in 10 cm Abstand einen Messfleck von 1 cm Durchmesser erfasst. Je größer das Verhältnis, desto kleiner der Messfleck auf größere Entfernung — was eine genauere Messung kleinerer Objekte ermöglicht.
Wo installiere ich einen Temperatursensor in meiner Anlage?
Installieren Sie Kontaktsensoren in einem Thermowell oder einer Tauchhülse in der Rohrleitung, mit ausreichender Einbaulänge und Strömung für eine repräsentative Messung. IR-Sensoren montieren Sie in Sichtlinie im korrekten Abstand gemäß der Optik, frei von Dampf oder Staub. Für Schaltschrank- oder Maschinenbau ist M12-Montage üblich.