Vorteile von Magnetventilen
Magnetventile bieten eine schnelle und zuverlässige Schaltung, hohe Betriebssicherheit, lange Lebensdauer, geeignete Materialauswahl für unterschiedliche Medien, geringen Energieverbrauch und ein kompaktes Design. Sie werden in vielen Bereichen eingesetzt — von Bewässerungsanlagen und Gebäudeinstallationen bis hin zur industriellen Prozessregelung und der Lebensmittelindustrie.
Wählen Sie ein Magnetventil, wenn:
- Die Nennweite klein ist (bis ca. DN40)
- Eine Schaltgeschwindigkeit im Millisekundenbereich erforderlich ist
- Eine Ausfallsicherheit ohne hohe Mehrkosten benötigt wird
- Platz und Leistung begrenzt sind
Welche Spannung benötigen Sie: 12V, 24V oder 230V?
Magnetventile sind in verschiedenen Spannungen erhältlich. Die Wahl hängt von Ihrer Installation und Steuerungsumgebung ab:
- 12V DC – geeignet für akkubetriebene Systeme, Fahrzeuge und kleine Industrieanwendungen
- 24V AC/DC – am häufigsten in Industrieanlagen und SPS-gesteuerten Systemen eingesetzt
- 230V AC – direkt ans Stromnetz anschließbar, häufig verwendet in Gebäudeinstallationen und Bewässerung
Wichtig: Überprüfen Sie immer, ob die Spannung mit Ihrem Steuerungssystem übereinstimmt. Eine falsche Spannung beschädigt die Spule.
Wie funktioniert ein Magnetventil?
Es gibt viele Variationen im Ventildesign. Magnetventile können mehrere Anschlüsse und Strömungswege haben. Ein 2-Wege-Magnetventil hat 2 Anschlüsse; wenn das Ventil geöffnet ist, sind die beiden Anschlüsse verbunden und Flüssigkeit kann zwischen ihnen strömen. Wenn das Ventil geschlossen ist, sind die Anschlüsse voneinander getrennt.
Wenn das Ventil bei nicht erregtem Magneten geöffnet ist, wird es als stromlos offen (N.O.) bezeichnet. Wenn das Ventil bei nicht erregtem Magneten geschlossen ist, wird es als stromlos geschlossen (N.C.) bezeichnet. Ein 3-Wege-Ventil hat 3 Anschlüsse und verbindet einen Anschluss mit einem der anderen beiden — in der Regel einem Zulauf- und einem Ablaufanschluss.
Ein direkt gesteuertes Magnetventil bewegt den Anker direkt auf den Ventilsitz. Bei höheren Drücken oder größeren Nennweiten wird eine vorgesteuerte Bauweise eingesetzt, bei der ein kleines Pilotventil den Leitungsdruck nutzt, um das Hauptventil zu betätigen. Dieser Typ benötigt weniger Leistung, reagiert jedoch etwas langsamer: Ein direkt gesteuertes Ventil schaltet in 5 bis 10 Millisekunden, ein vorgesteuertes Ventil typischerweise in 15 bis 150 Millisekunden.
Wie funktioniert ein CO2-Magnetventil?
Ein CO2-Magnetventil funktioniert nach demselben Prinzip wie ein Standard-Magnetventil, ist jedoch speziell für den Einsatz mit Kohlendioxid konstruiert. Die Materialien und Dichtungen sind beständig gegen die Eigenschaften von CO2, einschließlich niedriger Temperaturen bei der Entspannung und höherer Drücke. CO2-Magnetventile werden u. a. in Aquarien, Gewächshäusern und Kälteanlagen eingesetzt. Wählen Sie bei CO2-Anwendungen immer eine Ausführung, die für den Druckbereich und die Phase — gasförmig oder flüssig — des Mediums geeignet ist.
Welche Betätigungsarten gibt es bei Magnetventilen?
Bei einigen Magnetventilen wirkt der Magnet direkt auf das Hauptventil. Andere verwenden ein kleines Pilotventil, um ein größeres Ventil zu betätigen. Dieser zweite Typ kombiniert ein Magnetventil mit einem pneumatisch betätigten Ventil in einer Einheit. Vorgesteuerte Ventile benötigen deutlich weniger Leistung, sind jedoch merklich langsamer als direkt gesteuerte Ausführungen.
Vorgesteuerte Magnetventile benötigen in der Regel dauerhaft volle Leistung, um geöffnet zu bleiben. Ein direkt gesteuertes Magnetventil benötigt nur kurzzeitig volle Leistung zum Öffnen und danach eine geringere Halteleistung.
Komponenten eines Magnetventils
Ein Magnetventil besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem Elektromagneten und dem Ventil. Der Elektromagnet wandelt elektrische Energie in mechanische Energie um, die das Ventil öffnet oder schließt. Magnetventile können Metall- oder Gummidichtungen verwenden und sind mit elektrischen Schnittstellen für eine einfache Steuerung ausgestattet. Eine Feder hält das Ventil in der gewünschten Ruhestellung — offen oder geschlossen — wenn das Ventil nicht bestromt ist.
Der Stromverbrauch wird durch den Flüssigkeitsdruck und den Leitungsdurchmesser bestimmt. Ein 3/4"-Sprinklerventil bei 24 VAC benötigt eine Einschaltstromaufnahme von 7,2 VA und eine Halteleistung von 4,6 VA. Ein industrielles 1/2"-Hochdruckventil bei 700 bar benötigt eine Einschaltstromaufnahme von 300 VA und einen Haltestrom von 22 VA.
Magnetventil, elektrische Kugelhahn oder pneumatischer Kugelhahn — was wählen Sie?
Für kleine Nennweiten, bei denen eine schnelle Betätigung erforderlich ist, ist ein Magnetventil sehr gut geeignet. Auch für Anwendungen, bei denen eine ausfallsichere Offen- oder Geschlossenstellung erforderlich ist, eignet sich ein Magnetventil hervorragend. Bei größeren Nennweiten kann ein elektrischer Kugelhahn eine geeignete Alternative sein. Bei größeren Durchmessern ist dieser auf einem gewissen Punkt kostengünstiger. Elektrische Kugelhähne schließen jedoch langsamer und werden bei einer Ausfallsicherheitsanforderung erheblich teurer. Bei größeren Nennweiten kann der Wechsel zu pneumatisch betätigten Kugelhähnen wirtschaftlicher sein. Diese sind schnell und kostengünstig ausfallsicher zu realisieren. Sehen Sie sich auch unsere Übersicht der verfügbaren Antriebe an.
| Merkmal |
Magnetventil |
Elektrischer Kugelhahn |
Pneumatischer Kugelhahn |
| Schaltgeschwindigkeit |
+ Sehr schnell (5–150 ms) |
- Langsamer (ca. 1 Sek.) |
+ Schnell |
| Kleine Nennweiten |
+ Sehr geeignet |
- Weniger geeignet |
- Weniger geeignet |
| Große Nennweiten |
- Begrenzt |
+ Geeignet |
+ Geeignet |
| Ausfallsichere Ausführung |
+ Geringe Mehrkosten |
- Teuer |
+ Kostengünstig |
| Kosten bei großer DN |
- Höher |
+ Günstiger |
+ Günstiger |
| Voller Durchgang |
- Nicht immer |
+ Ja |
+ Ja |
So wählen Sie das richtige Magnetventil aus
Für die richtige Auswahl benötigen Sie folgende Angaben:
- Medium (Wasser, Luft, Gas, CO2, Öl usw.)
- Leitungsdurchmesser (DN oder Zoll)
- Betriebsdruck (min. und max.)
- Gewünschte Spannung (12V, 24V oder 230V)
- Ausführung (NC, NO oder bistabil)
- Umgebungstemperatur und Schutzart (IP-Klasse)
Wählen Sie das passende Magnetventil anhand von Spannung, Druck und Medium aus, oder fordern Sie direkt ein Angebot über das Produktformular an.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem stromlos offenen und einem stromlos geschlossenen Magnetventil?
Ein stromlos geschlossenes (NC) Magnetventil ist ohne Spannung geschlossen und öffnet bei Bestromung. Eine stromlos offene (NO) Ausführung funktioniert umgekehrt: ohne Spannung offen, bei Bestromung geschlossen. Die Wahl hängt von der gewünschten Sicherheitsstellung bei Stromausfall ab. Muss die Leitung bei Stromausfall geschlossen bleiben, wählen Sie NC.
Welchen maximalen Druckbereich hat ein Magnetventil?
Dies variiert je nach Typ und Hersteller. Direkt gesteuerte Magnetventile sind für niedrige bis mittlere Drücke geeignet, in der Regel bis ca. 16 bar. Vorgesteuerte Ausführungen können höhere Drücke bewältigen, benötigen jedoch immer einen Mindest-Vordruck. Für Hochdruckanwendungen bis 700 bar sind spezielle Industrieausführungen erhältlich. Geben Sie Ihren Betriebsdruck bei der Anfrage an, damit Ebora die richtige Ausführung empfehlen kann.
Kann ein Magnetventil für aggressive Medien wie Säuren oder Öle eingesetzt werden?
Ja, sofern die richtige Materialwahl getroffen wird. Ventilgehäuse, Dichtungen und Spule müssen beständig gegen das Medium sein. Für aggressive Flüssigkeiten wie Säuren werden Edelstahl- oder Kunststoffgehäuse mit PTFE- oder EPDM-Dichtungen verwendet. Für Öl und hydraulische Medien sind spezifische Ausführungen mit NBR-Dichtungen erhältlich. Geben Sie das Medium immer bei der Bestellung an.