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Pneumatisch betätigter Kugelhahn

Kogelkranen Pneumatisch

Pneumatisch betätigter Kugelhahn – schnell und fail-safe

Pneumatisch betätigter Kugelhahn – schnell, sicher und fail-safe

Ein pneumatisch betätigter Kugelhahn — auch pneumatischer Kugelhahn genannt — wird eingesetzt, wenn eine Absperrarmatur schnell, wiederholbar und ferngesteuert schalten muss — ohne Elektromotor am Antrieb. Druckluft setzt den Stellantrieb in eine Vierteldrehung von 90° um, mit der der Kugelhahn vollständig öffnet oder schließt. Pneumatik ist besonders geeignet für gefährliche (ATEX) oder nasse Umgebungen, für hohe Schaltfrequenzen und für Prozesse, bei denen Fail-safe-Verhalten eine harte Anforderung ist. Mit einem einfachwirkenden Antrieb und Federrückstellung wird eine Fail-close- oder Fail-open-Stellung einfach und kostengünstig realisiert. Ebora liefert pneumatisch betätigte Kugelhähne in Edelstahl, Messing und Kunststoff, komplett montiert und geprüft aus dem Valve Automation Center.

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Pneumatisch betätigter Kugelhahn

Wie funktioniert ein pneumatisch betätigter Kugelhahn?

Ein pneumatischer Stellantrieb setzt Druckluft in eine Rotationsbewegung um. Die Kugel dreht exakt 90° zwischen offen und geschlossen. In Offenstellung liegt die Bohrung der Kugel in Flucht zur Rohrleitung: Der Druckverlust ist minimal und das Medium strömt ungehindert. In Geschlossenstellung steht die Bohrung quer zur Rohrleitung und der Hahn schließt leckdicht innerhalb der angegebenen Dichtklasse. Die einfache Vierteldreh-Wirkung liefert konstante Leistung und hohe Betriebssicherheit, auch bei hohen Schaltfrequenzen und in feuchten oder korrosiven Umgebungen.



Einfachwirkend oder doppeltwirkend?

Die Wahl zwischen einfach- und doppeltwirkend bestimmt das Fail-safe-Verhalten und den Luftverbrauch Ihrer Anlage.

Typ Wirkungsweise Wann einsetzen
Einfachwirkend Druckluft öffnet oder schließt; Feder bringt Antrieb bei Luftverlust zurück Fail-safe erforderlich, sicherheitsrelevante Absperrarmaturen
Doppeltwirkend Druckluft für Öffnen und Schließen Schnelle Zyklen, hohe Schaltfrequenz, kein Fail-safe erforderlich

Ein einfachwirkender Antrieb mit Federrückstellung bringt den Kugelhahn bei Luftverlust automatisch in die gewünschte sichere Stellung (Fail-close oder Fail-open). Dies ist die am häufigsten gewählte Ausführung für Prozesssicherheit oder Notsituationen. Ein doppeltwirkender Antrieb verwendet Druckluft in beide Richtungen und liefert eine kompakte Einheit mit schnellen Schaltzeiten und niedrigeren Spitzendrehmomenten.



Scotch Yoke oder Rack-and-Pinion?

Pneumatische Stellantriebe sind in zwei mechanischen Ausführungen erhältlich: Rack-and-Pinion (Zahnstangenantrieb) und Scotch Yoke (Kulissenantrieb). Die Mechanik bestimmt das Drehmomentverlaufsprofil über den Hub. Rack-and-Pinion liefert ein gleichmäßiges Drehmoment über den gesamten 90°-Hub und hat eine kompakte Bauweise. Scotch Yoke erreicht sein Spitzendrehmoment beim Losbrechen — genau dann, wenn das höchste Drehmoment benötigt wird — und liefert danach ein niedrigeres Laufdrehmoment. Dies macht Scotch Yoke besonders wirksam bei anspruchsvollen Anwendungen mit hohem Losbrecherwiderstand.

Eboras bevorzugte Ausführung ist Scotch Yoke, aufgrund der robusten Konstruktion, des hohen Spitzendrehmoments beim Losbrechen und des deutlich niedrigeren Druckluftverbrauchs pro Schaltzyklus. Weniger Druckluft bedeutet niedrigere Energiekosten und geringere Kompressorbelastung. In den meisten Ebora-Konfigurationen gibt es praktisch keinen Mehrpreis gegenüber Rack-and-Pinion. Rack-and-Pinion liefert Ebora selbstverständlich auf Anfrage oder wenn die Anwendung dies ausdrücklich erfordert.



Fail-safe-Verhalten festlegen

Bei Luftverlust oder Notabschaltung muss der Kugelhahn in eine sichere Stellung fahren. Legen Sie früh im Entwurf fest, ob dies Fail-close (geschlossen bei Ausfall) oder Fail-open (offen bei Ausfall) sein soll — dies ergibt sich aus Ihrem Prozessdesign und der Sicherheitsanalyse. Ein einfachwirkender Antrieb mit Federrückstellung realisiert dies mechanisch, ohne Abhängigkeit von externen Energiequellen oder Elektronik. Die Feder bringt den Antrieb direkt und zuverlässig in die voreingestellte sichere Stellung. Damit sind pneumatische Fail-safe-Antriebe in der Anschaffung deutlich günstiger als elektrische Fail-safe-Varianten mit Batterie oder Superkondensator.



Drehmoment und Antriebsgröße korrekt dimensionieren

Beginnen Sie mit den Hahndaten für Brech-, Lauf- und Sitzdrehmoment unter Ihren Prozessbedingungen. Korrigieren Sie für das Medium (geschmiert oder trocken), Druck und Temperatur — trockene oder abrasive Medien erfordern ein höheres Drehmoment als geschmierte Flüssigkeiten. Wenden Sie dann eine Sicherheitszugabe von mindestens 25–30 % an und stimmen Sie den Antrieb auf den verfügbaren Steuerdruck ab. Typische Betriebsdrücke für pneumatische Antriebe liegen zwischen 5 und 7 bar. Überprüfen Sie, dass das effektive Drehmoment in allen Stellungen — und besonders beim Losbrechen — ausreichend ist. Nach der Montage werden Endanschläge, Stellungsanzeige und Hub eingestellt und ein Funktionstest durchgeführt.



Werkstoffe, Sitze und Anschlüsse

Gehäuse sind in Messing (Wasser, Druckluft, neutrale Medien), Edelstahl 316 (korrosive oder hygienische Anwendungen) und Kunststoff wie PVC oder PP (chemisch aggressive Medien innerhalb geeigneter Druck- und Temperaturbereiche) lieferbar. Sitze werden nach Verschleißfestigkeit, chemischer Beständigkeit und Temperatur ausgewählt; PTFE ist der am häufigsten eingesetzte Basiswerkstoff, gefüllte Varianten für höhere Belastung. Dichtungen (EPDM, FKM, PTFE) folgen Medium und Temperatur. Anschlüsse sind als Gewinde (BSP oder NPT), Schweißende oder Flansch nach DIN/EN oder ANSI verfügbar. Viele Kugelhähne sind serienmäßig mit einer Anti-Blow-out-Spindel und antistatischen Maßnahmen ausgestattet.



NAMUR, ISO 5211 und Systemintegration

Stellantrieb und Kugelhahn werden über einen ISO 5211-Aufbauflansch gekuppelt. Die Antriebswelle muss passen; bei Bedarf wird ein Adapter oder eine Montagebrücke verwendet. NAMUR/VDI-VDE 3845-Schnittstellen vereinfachen die Montage von Magnetventilen, Endschalterboxen und Stellungsmeldern auf standardisierte Weise. Über ein NAMUR-Magnetventil wird der Stellantrieb elektrisch von Ihrer SPS oder Ihrem DCS ferngesteuert, ohne dass ein Elektromotor am Antrieb vorhanden ist. Eine Endschalterbox oder Induktivgeber liefern eine Auf/Zu-Rückmeldung an Ihr Leitsystem.



ATEX, TA-Luft und Sicherheitsanforderungen

Pneumatische Antriebe werden häufig in explosionsgefährdeten Bereichen (ATEX) eingesetzt, weil kein Elektromotor am Stellantrieb vorhanden ist. Dies begrenzt Zündquellen und EMV-Emissionen erheblich. Stellantriebe und Zubehör sind mit ATEX-Optionen und geeigneten Gehäusen lieferbar. Achten Sie bei ATEX-Anwendungen auf korrekte Luftaufbereitung und die Wahl des Magnetventils mit der richtigen ATEX-Kategorie für Ihre Zone. Wo gefordert, erfüllen unsere Kugelhähne TA-Luft oder ISO 15848 zur Emissionsbegrenzung; Dokumentation ist verfügbar. Stellantriebe sind optional mit ATEX- und SIL-Daten für Risikostudien und funktionale Sicherheitsanalysen lieferbar.



Einsatzbereiche nach Branche

Pneumatisch betätigte Kugelhähne werden überall dort eingesetzt, wo hohe Anforderungen an Schaltgeschwindigkeit, Prozesssicherheit oder Bereichsklassifizierung bestehen:

  • Prozesswasser und Versorgung: häufige Schaltzyklen in der Wasseraufbereitung, Kühlwasser- und Druckluftanlagen
  • Öl, Gas und Petrochemie: Fail-safe-Verhalten bei gefährlichen oder brennbaren Medien, ATEX-Zonen
  • Chemie und Tanklager: kontrollierte Fernbedienung, hohe Betriebssicherheit, niedrige Wartungskosten
  • Lebensmittel- und Pharmaindustrie: Edelstahlausführungen mit hygienischem Design und Rückverfolgungsdokumentation
  • HVAC und Gebäudetechnik: schnelle Zonenabsperrung, wo Druckluft verfügbar ist

Für Anwendungen ohne Druckluftnetz oder wenn eine präzise modulierende Positionierung erforderlich ist, informieren Sie sich über die elektrisch betätigten Kugelhähne. Wenn Sie vorerst handbetätigt arbeiten und später pneumatisch automatisieren möchten, ist ein Kugelhahn mit freier Welle die richtige Wahl.



Valve Automation Center

Ebora montiert, konfiguriert und prüft pneumatisch betätigte Kugelhähne im eigenen Valve Automation Center. Sie erhalten eine komplette Einheit — Kugelhahn, Stellantrieb, Magnetventil, Endschalterbox und Kupplung — auf Ihre Spezifikationen abgestimmt. Prüfberichte und vollständige Dokumentation zur Rückverfolgbarkeit sind auf Anfrage erhältlich. So ist keine Eigenmontage erforderlich und Sie können sicher sein, dass die Kombination vor der Inbetriebnahme korrekt funktioniert.



Beratung oder Angebot anfordern

Geben Sie bei Ihrer Anfrage folgende Daten an: Medium, Druck, Temperatur, erforderliches Fail-safe-Verhalten (Fail-close oder Fail-open), verfügbarer Steuerdruck, gewünschter Anschluss (BSP/NPT, Schweißende oder Flansch) sowie ob ATEX- oder TA-Luft-Dokumentation erforderlich ist. Geben Sie auch den Gehäusewerkstoff des Kugelhahns und die ISO 5211-Größe an. Wir dimensionieren den Stellantrieb, berechnen das Drehmoment einschließlich Zugabe und liefern die komplette Einheit montiert und geprüft.

Wählen Sie den passenden pneumatisch betätigten Kugelhahn anhand Ihrer Prozessdaten oder fordern Sie direkt ein Angebot über die Kontaktseite an.



Häufig gestellte Fragen zum pneumatisch betätigten Kugelhahn

Warum bevorzugt Ebora Scotch Yoke gegenüber Rack-and-Pinion?

Scotch Yoke erreicht sein Spitzendrehmoment genau beim Losbrechen des Kugelhahns — dem Moment, in dem das höchste Drehmoment benötigt wird. Danach sinkt das Laufdrehmoment, was den Druckluftverbrauch pro Schaltzyklus gegenüber Rack-and-Pinion deutlich reduziert. In den meisten Ebora-Konfigurationen gibt es praktisch keinen Mehrpreis. Weniger Druckluftverbrauch bedeutet niedrigere Energiekosten und weniger Verschleiß am Kompressor. Rack-and-Pinion liefert Ebora selbstverständlich auf Anfrage.

Ist ein pneumatischer Kugelhahn für ATEX-Zonen geeignet?

Ja. Pneumatische Antriebe werden gerade in ATEX-Zonen eingesetzt, weil kein Elektromotor am Stellantrieb vorhanden ist. Dies begrenzt Zündquellen und EMV-Emissionen. Stellantriebe und Zubehör sind mit ATEX-Zertifizierung lieferbar. Achten Sie auf korrekte Luftaufbereitung und wählen Sie ein Magnetventil mit der richtigen ATEX-Kategorie für Ihre Zonenklassifizierung.

Wie lege ich fest, ob ich Fail-close oder Fail-open benötige?

Dies ergibt sich aus Ihrem Prozessdesign und der Sicherheitsanalyse (HAZOP oder SIL-Studie). Fail-close bedeutet, dass der Hahn bei Luftverlust oder Notabschaltung schließt — üblich bei gefährlichen oder brennbaren Medien, bei denen Schließen der sichere Zustand ist. Fail-open hält den Durchfluss bei Ausfall aufrecht — zum Beispiel bei Kühlwasserleitungen, bei denen eine Blockierung Schäden verursacht. Ebora berät bei der Wahl auf Basis Ihrer Prozessdaten.

Kann ich einen pneumatischen Kugelhahn über eine SPS fernsteuern?

Ja. Über ein NAMUR-Magnetventil wird der Stellantrieb elektrisch von Ihrer SPS oder Ihrem DCS angesteuert. Eine Endschalterbox oder Induktivgeber liefern eine Auf/Zu-Rückmeldung. Die ISO 5211-Montage und die NAMUR/VDI-VDE 3845-Schnittstelle machen die Integration standardisiert und unkompliziert. Verwenden Sie gefilterte und geregelte Druckluft mit ausreichender Durchflusskapazität für maximale Betriebssicherheit.

Was ist der Unterschied zwischen einem pneumatischen und einem elektrischen Kugelhahn?

Ein pneumatischer Kugelhahn verwendet Druckluft als Energiequelle und hat keinen Elektromotor am Antrieb. Dies macht Pneumatik geeignet für ATEX-Zonen, nasse Umgebungen und Anwendungen mit hohen Schaltfrequenzen. Fail-safe ist einfach und kostengünstig über Federrückstellung realisierbar. Ein elektrischer Kugelhahn benötigt nur Versorgungsspannung und eignet sich für modulierende Regelung und Standorte ohne Druckluftnetz. Die Wahl hängt von Ihrer Infrastruktur, der erforderlichen Schaltgeschwindigkeit und der Bereichsklassifizierung ab.

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