Wann benötigen Sie einen Kompensator?
Metallrohrleitungen dehnen sich bei Erwärmung aus und ziehen sich bei Abkühlung zusammen. Ist eine Rohrleitung an beiden Enden fixiert — an einer Anlage oder an der Gebäudekonstruktion — hat sie keinen Spielraum für Bewegungen. Dies führt zu übermäßiger Belastung an Festpunkten, Flanschverbindungen und Schweißnähten und im schlimmsten Fall zu Rissbildung oder Undichtigkeit. Der Kompensator wird an der richtigen Position in der Leitung eingebaut, um diese Bewegungen kontrolliert aufzunehmen. Darüber hinaus dämpft er Schwingungen von Pumpen oder Kompressoren, was Lärm und Verschleiß an angrenzenden Bauteilen reduziert.
Wie funktioniert ein Drucksensor?
Eine Membran oder Sensorzelle verformt sich unter dem Einfluss von Druck. Diese Verformung wird mit einer piezoresistiven Brücke, einem kapazitiven Element oder einem induktiven System gemessen. Die integrierte Elektronik kompensiert Temperatureinflüsse und linearisiert das Signal. Das Ergebnis ist ein stabiles Ausgangssignal: 4–20 mA, 0–10 V oder ein digitales Protokoll wie IO-Link oder HART. Ihr Steuerungssystem liest dieses Signal für Überwachung, Protokollierung oder Regelung aus. So entsteht eine reproduzierbare Messung – auch bei wechselnden Prozessbedingungen.
Welche Arten von Drucksensoren gibt es?
Die Wahl des richtigen Typs hängt von Ihrem Referenzpunkt und den Prozessbedingungen ab:
- Relativdrucksensor – misst Überdruck bezogen auf den atmosphärischen Druck. Einsatz in Leitungsdruckmessungen und Druckluftanlagen.
- Absolutdrucksensor – misst Druck bezogen auf eine Vakuumreferenz. Geeignet für Vakuumanwendungen und barometrische Messungen.
- Differenzdrucksensor – misst die Druckdifferenz zwischen zwei Punkten, zum Beispiel über einem Filter oder einer Blende. Damit bestimmen Sie den Durchfluss oder erkennen Verschmutzungen.
- Vakuumdrucksensor – erfasst Drücke unterhalb des atmosphärischen Drucks. Einsatz in Vakuumgreifern, Verpackungsmaschinen und Laboren.
Wählen Sie einen Relativdrucksensor für Leitungsdruck, einen Differenzdrucksensor für die Filterüberwachung und einen Absolutdrucksensor für Vakuum- oder Widerstandsprüfungen.
Drucksensor für Wasser oder Luft – was sind die Unterschiede?
Das Medium bestimmt, welche Ausführung Sie benötigen. Wasser stellt andere Anforderungen an Abdichtung und Material als Druckluft oder Vakuum.
| Anwendung |
Anforderungen |
Empfohlene Ausführung |
Lieferant |
| Wasser / Prozessindustrie |
Breite Messbereiche, robustes Gehäuse |
Relativ- oder Absolutdrucksensor |
Wika, IFM |
| Hygienic Design (Food, Pharma) |
CIP/SIP-beständig, glatte Oberflächen, EHEDG-konform |
Hygienischer Drucksensor |
Hengesbach |
| Druckluft / Pneumatik |
Schnelle Signalübertragung, kompakte Bauform |
Silizium-Zellensensor |
Festo |
| Vakuum |
Erfassung unterhalb des atmosphärischen Drucks |
Vakuumdrucksensor mit negativem Messbereich |
Wika, IFM |
Für eine rein analoge Druckanzeige ohne elektrisches Ausgangssignal finden Sie unser Angebot unter Instrumentierung. Für die Prozessintegration und Automatisierung wählen Sie einen Drucksensor mit 4–20 mA oder IO-Link-Schnittstelle.
Anwendungen von Drucksensoren nach Branche
Prozessindustrie (Chemie, Pharma, Food & Beverage)
Überwachung des Drucks in Leitungen und Reaktoren zur Sicherstellung von Produktqualität und Betriebssicherheit. Für hygienische Anwendungen wie Food & Beverage und Pharma liefert Hengesbach Drucksensoren im Hygienic Design – CIP/SIP-beständig und EHEDG-konform. Für die allgemeine Prozessindustrie sind Wika und IFM die richtige Wahl. In Kombination mit Durchflussmessern und Füllstandsmessgeräten bilden Sie ein vollständiges Messsystem.
Wasser- und Abwasserwirtschaft
Messung des Wasserdrucks in Pumpsystemen und Leitungen zur Vermeidung von Rohrbrüchen und zur Überwachung von Filtrationsprozessen. Wika liefert hier robuste Ausführungen mit breiten Messbereichen. Leckageerkennung ist eine sinnvolle Ergänzung.
Druckluft und Pneumatik
Zur Überwachung des Druckluftdrucks in Produktionslinien und pneumatischen Systemen werden Festo-Drucksensoren eingesetzt – mit direkter IO-Link-Integration und Messbereichen ab 0–0,05 bar.
Maschinensicherheit und Hydraulik
Schutz hydraulischer Systeme vor Überdruck und Überwachung des stabilen Betriebs von Maschinen und Antrieben. IFM und Wika bieten hierfür Ausführungen mit Schaltausgängen und IO-Link.
Medizinische Gase und Laboratorien
Präzise Überwachung von Sauerstoff, Stickstoff oder Vakuum zur Gewährleistung zuverlässiger Testergebnisse und Patientensicherheit.
Wann wählen Sie einen digitalen Drucksensor?
Sie wählen einen digitalen Drucksensor, wenn eine genaue Protokollierung, Fernparametrierung oder Kommunikation über Busprotokolle erforderlich ist. Digitale Ausführungen mit IO-Link oder HART bieten lokale Displays, Schaltausgänge und Diagnosefunktionen – praktisch bei Inbetriebnahme und Wartung. Sie sind weniger störanfällig gegenüber Rauschen und langen Kabellängen als analoge Varianten. Bei der Integration in MES- oder SCADA-Systeme oder bei der Fernüberwachung ist die digitale Ausführung die empfohlene Wahl. Analoge Varianten (4–20 mA oder 0–10 V) sind für eine einfache Prozessregelung ohne Netzwerkanforderungen ausreichend.
Wählen Sie den richtigen Drucksensor anhand von Medium, Messbereich und Schnittstelle – oder fordern Sie direkt eine Beratung bei unseren Instrumentierungsspezialisten an.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Relativ- und einem Absolutdrucksensor?
Ein Relativdrucksensor misst Überdruck bezogen auf die Umgebungsluft. Ein Absolutdrucksensor verwendet ein internes Vakuum als Referenz und misst unabhängig vom atmosphärischen Druck. Wählen Sie absolut bei Vakuum- oder Höhenanwendungen, relativ bei Leitungsdruck und Druckluft.
Wie wähle ich den richtigen Messbereich für meinen Drucksensor?
Der Messbereich sollte mindestens 10–20 % größer sein als der maximale Prozessdruck. Bei Druckschwankungen oder Pulsationen wählen Sie einen Bereich mit ausreichend Reserve, um den Sensor nicht zu überlasten. Unsicher beim richtigen Messbereich? Unsere Spezialisten beraten Sie auf Basis Ihrer Prozessanforderungen.
Wann wähle ich einen Differenzdrucksensor statt eines normalen Drucksensors?
Sie wählen einen Differenzdrucksensor, wenn Sie den Druckabfall über ein Bauteil messen möchten, wie einen Filter, Wärmetauscher oder eine Blende. Die Druckdifferenz zwischen Ein- und Auslass gibt Aufschluss über Durchfluss oder Verschmutzungsgrad. Für die einfache Drucküberwachung in einer einzelnen Leitung genügt ein normaler Relativdrucksensor.